H.M.S. Victory
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Königliche Werft zu Chatham Entwurf und Bau 1759-1765
Marineamt, 6. Juni 1759:
Ein Entwurf wurde für den Bau eines Linienschiffs erster Klasse mit 100 Kanonen in der Werft Seiner
Majestät in Chatham vorgeschlagen, gemäß einem Befehl der Lords der Admiralität vom 13. Dezember 1758.[1]
Die Victory war sein Meisterwerk.
Sie war nicht nur der Höhepunkt, sondern das beste Schiff ihrer Ära.
Die Baugeschichte der HMS Victory (1759-1765)
Die HMS Victory, ein Linienschiff ersten Ranges mit 100 Kanonen, wurde nach einem Beschluss des Navy Board während des Siebenjährigen Krieges in der königlichen Werft von Chatham gebaut. Der Bauauftrag wurde am 7. Juli 1759 unterzeichnet.
Bereits am 23. Juli 1759 wurden im Old Single Dock von Chatham die ersten Kielhölzer gelegt. Nach Angaben des Chatham Dockyard Archives soll sogar Premierminister William Pitt d. Ä. der Zeremonie beigewohnt haben. Der Entwurf stammte von Sir Thomas Slade, dem Surveyor of the Navy. Für den Bau wurden etwa, überwiegend Eichen, benötigt. Rund 150 Schiffbauer arbeiteten am Rumpf. Die Konstruktion folgte den Standards des Navy Board für die großen First Rates der Royal Navy.
Nachdem das Gerüst (frame) fertiggestellt war, ließ man das Schiff mehrere Jahre „in frame season“, also im Rohbau trocknen. Dies entsprach der damaligen Praxis, um Verwerfungen des Holzes zu vermeiden. Zudem hatte sich die strategische Lage nach den britischen Erfolgen des Jahres 1759 entspannt, sodass keine sofortige Indienststellung erforderlich war. Erst nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges wurden die Arbeiten wieder beschleunigt.
Am 7. Mai 1765 lief die HMS Victory in Chatham vom Stapel. Zeitgenössische Zeitungen bezeichneten sie als „the largest and finest ship ever built“. Nach dem Stapellauf wurde sie ausgerüstet, jedoch zunächst der Reserveflotte zugeteilt und nicht sofort in Dienst gestellt.
Primäre und institutionelle Quellen
Chatham Historic Dockyard Trust:
- Werftgeschichte und Bauunterlagen zur HMS Victory.
The National Archives (Kew):
- Archivbestände zur HMS Victory (ADM- und Schiffsakten).
National Museum of the Royal Navy:
- Dokumentation zu Originalbauteilen und Baugeschichte der HMS Victory.
Royal Museums Greenwich – Caird Collection:
- Original-Schiffspläne aus den Admiralty Collections.
Überholung und die erste Kupferverkleidung Portsmouth, März 1780
- zum Schutz vor Schiffsbohrwürmern (Teredo navalis),
- um Algen- und Seepockenbewuchs zu verringern,
- wodurch die Geschwindigkeit erhöht und der Wartungsaufwand verringert wird.
Der große Umbau - die Große Reparatur (1797-1803)
Wer war dafür verantwortlich?
Die Verantwortung lag bei:
- dem Navy Board (Marineverwaltung),[7]
- Sir John Henslow, Surveyor of the Navy,
- den Schiffbaumeistern des Dockyards in Chatham.
Warum wurde die Reparatur angeordnet?
Nach der Schlacht von Kap St. Vincent (1797) wurde die Victory als stark verschlissen eingestuft. Zunächst sollte sie außer Dienst gestellt und sogar als Hospitalschiff bzw. Gefangenenschiff verwendet werden. Am 8. Oktober 1799 ging das Linienschiff HMS Impregnable verloren. Dadurch fehlte der Royal Navy ein großes Dreideckerschiff. Daraufhin beschlossen Admiralty und Navy Board, die Victory doch grundlegend wiederherzustellen.
Der Umbaubefehl – Die Große Reparatur
Februar 1800:
Das Schiff wurde nach Chatham verlegt und dort in das Trockendock gezogen. Ab diesem Monat liefen die vorbereitenden Begutachtungen und die eigentlichen Holzarbeiten an.
11. April 1803:
Die Werftarbeiten der Great Repair wurden offiziell abgeschlossen.
Die Kosten stiegen von etwa 23.500 auf über 70.000 Pfund.[8]
Wer leitete die Arbeiten?
Technische Gesamtaufsicht: Sir John Henslow war als Surveyor of the Navy der ranghöchste Schiffbauingenieur der Royal Navy und für alle königlichen Werften verantwortlich.
Bauleitung vor Ort:
Die praktische Bauleitung lag im Dockyard. Der wahrscheinlichste Bauleiter ist Edward Sison[9], der das Amt bis zu seinem Tod bzw. Ausscheiden 1803 innehatte.
Trockendock Nr. 2 Portsmouth 1922
HMS Victory wurde am 12. Januar 1922 in das Trockendock Nr. 2 in Portsmouth geschleppt.[10]
Dort liegt sie bis heute. Anlass war ihr sehr schlechter Zustand – man fürchtete, dass das Schiff an seinem bisherigen Liegeplatz langfristig nicht mehr sicher erhalten werden konnte.
Bei der großen Restaurierung ab 1922 versuchte man, die Victory möglichst wieder in ihren Zustand von 1805 zurückzuversetzen.[11]
Dabei wurden unter anderem:
- verrottete Spanten, Planken und andere Holzteile ersetzt,
- 25–50 % der Inneneinrichtung erneuert,
- die verlorene oder zerstörte Steuereinrichtung rekonstruiert,
- viele spätere Einbauten des 19. Jahrhunderts entfernt,
- der 1814 eingebaute runde Bug („Seppings Bow“) abgebaut und durch den ursprünglichen Trafalgar-Bug ersetzt,
- Takelage, Galionsfigur und zahlreiche Details nach historischen Vorlagen wiederhergestellt.
The Big Repair Portsmouth 2022 - 2032
Zeitleiste der HMS Victory von 1765 bis heute
Bau, Reparaturen, Umbauten und Restaurierung:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1759 | Kiellegung in Chatham Dockyard. |
| 1765 | Stapellauf am 7. Mai. |
| 1765-1778 | Liegt in Reserve; bereits in dieser Zeit werden wegen Faulnis etwa ein Drittel der Holzer ersetzt. |
| 1778 | Indienststellung fur den Amerikanischen Unabhangigkeitskrieg. |
| 1782 | Teilnahme an der Entsatzaktion von Gibraltar und der Schlacht von Kap Spartel. |
| 1793-1797 | Mittelmeer-Einsatze, Toulon, Korsika und Kap St. Vincent. |
| 1798-1800 | Nutzung als Hospitalschiff. |
| 1801-1803 | Fast vollstandiger Neuaufbau ("Great Repair"). Die Victory wird fur den Krieg gegen Napoleon grundlegend modernisiert. |
| 1803 | Wird Flaggschiff von Horatio Nelson. |
| 1805 | Schlacht von Trafalgar am 21. Oktober; Nelson fallt an Bord. |
| 1805-1806 | Große Reparaturen der Gefechtsschaden. |
| 1814-1816 | Umfangreicher Umbau: runder "Seppings"-Bug, Eisenverstarkungen im Rumpf, neue außere Gestaltung. |
| 1822-1824 | Erneut ins Dock fur Reparaturen; danach nur noch Hafendienst. |
| 1830er Jahre | Sollte verschrottet werden, wird aber durch offentliche Proteste gerettet. |
| 1833 | Beginn der regelmäßigen Besucherfuhrungen. |
| 1854 | Sinkt am Liegeplatz durch ein Leck, wird wieder gehoben. |
| 1857 | Weitere Reparatur und Neubekupferung des Unterwasserschiffs. |
| 1899 | Flaggschiff des Oberbefehlshabers in Portsmouth. Um diese Zeit sieht sie deutlich anders aus als zu Nelsons Zeiten. |
| 1921 | Rettungskampagne "Save the Victory". |
| 12. Januar 1922 | Einbringung ins Trockendock in Portsmouth. |
| 1922-1928 | Große Restaurierung; Ruckbau vieler viktorianischer Umbauten und Annaherung an den Zustand von 1805. |
| 1928 | Wiedereroffnung fur Besucher durch Konig George V. |
| 1941 | Deutscher Bombentreffer im Dock beschadigt die Stutzkonstruktion. |
| 2005 | Trafalgar-Jubilaum; weitere Restaurierungen abgeschlossen. |
| 2018-heute | Neue Rumpfstutzen gegen Verformung; Beginn der heutigen Großkonservierung. |
| 2022-2032/33 | The Big Repair": Austausch geschadigter Holzer, Kaferschaden bekampfen, strukturelle Sicherung fur kommende Generationen. |
Historische Quellen
- Marineamt, 6. Juni 1759: Befehl zum Bau eines Linienschiffs erster Klasse mit 100 Kanonen in der Werft Chatham, gemäß Anordnung der Admiralität vom 13. Dezember 1758. [1]
- Admiralitätsamt, 15. Juni 1759: Offizielle Genehmigung und Unterzeichnung des Bauentwurfs für die HMS Victory. [2]
- Admiralitätsbefehl, November 1760: Offizielle Namensverleihung des Schiffes als „Victory“. [3]
- Werftakten Chatham, 23. Juli 1759: Kiellegungszeremonie für die HMS Victory. [4]
- Schiffsbauarchive: Sir Thomas Slade (1703–1771) diente als Surveyor of the Navy und war der Entwerfer der HMS Victory, die als sein Meisterwerk und das beste Schiff ihrer Ära gilt. [5]
- Werftakten Portsmouth, März 1780: Anbringung von etwa 3.923 Kupferplatten unterhalb der Wasserlinie zum Schutz des Rumpfes. [6]
- Protokolle des Navy Board: Das Navy Board war das administrative Gremium, das für die Große Reparatur (1800–1803) der HMS Victory verantwortlich war. [7]
- Finanzunterlagen der Admiralität: Die Kosten der Großen Reparatur stiegen von geschätzten 23.500 auf über 70.000 Pfund aufgrund umfangreicher Holzerneuerungen und struktureller Arbeiten. [8]
- Personalakten Chatham Dockyard: Edward Sison diente als Schiffbaumeister in Chatham bis zu seinem Tod bzw. Ausscheiden 1803 und leitete die Große Reparatur. [9]
- Werftakten Portsmouth, 12. Januar 1922: Die HMS Victory wurde in das Trockendock Nr. 2 geschleppt, wo sie bis heute aufgrund ihres schlechten Zustands liegt. [10]
- Restaurierungsaufzeichnungen des National Museum of the Royal Navy, 1922–1928: Große Restaurierung, um die Victory wieder in ihren Trafalgar-Zustand von 1805 zurückzuversetzen, einschließlich Ersatz verrotteter Hölzer, Erneuerung der Inneneinrichtung und Rekonstruktion verlorener Elemente. [11]
- National Museum of the Royal Navy, 2022: Das Projekt „The Big Repair“ (2022–2032) – das umfangreichste Konservierungsprojekt seit den 1920er Jahren, einschließlich Austausch beschädigter Spanten, Bekämpfung von Käferschäden und struktureller Stabilisierung. [12]